Wer billig kauft, kauft (manchmal) teuer…

Diese Volksweisheit kennen die meisten Menschen aus eigener Erfahrung. Sie gilt auch für die Gemeinde.

Noch deutlicher formuliert es der englische Schriftsteller und Sozialphilosoph John Ruskin (1819 – 1900) in seinem „Gesetz der Wirtschaft“:

„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.“ und:

„Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.“

Aus unserem Alltag wissen wir, wo Preisvergleiche sinnvoll sind – und wo andere Überlegungen wichtiger sind.

In den letzten Monaten wurde von ÖVP und FPÖ bei verschiedensten Themen der Vorwurf in den Raum gestellt, dass die Gemeinde nicht sorgfältig genug mit dem ihr zur Verfügung stehenden Geld umgehen würde:

  • ÖBB-Haltestelle – neue Wartekoje: Kann sich die Gemeinde den Kostenanteil von max. 60.000 € (Zahlung auf drei Jahre verteilt), leisten? Geht es nicht ein bisschen billiger, wenn die Überdachung anders ausgeführt wird? Mit diesen Argumenten hat die ÖVP eine Zustimmung zum Umbau bei der GR-Sitzung im März verweigert. Ein Blick auf die fast fertigen Bauarbeiten bei der Haltestelle sollte alle Zweifler eines Besseren belehren! ÖBB-Haltestelle Niederkreuzstetten
  • Örtliches Entwicklungskonzept: der langjährige Raumplaner der Gemeinde, DI Hrdliczka, hat am 9. Mai die Gemeindevorstände und Ortsvorsteher über die nötige Erstellung eines  ÖEK informiert. Bei der GR-Sitzung am 28. Juni wurde  plötzlich die Meinung vertreten, es sollten noch weitere Angebote eingeholt werden.  Die Position der FPÖ: ein neues ÖEK ist eigentlich unnötig, also sollte es möglichst billig vergeben werden. Ist es wirklich sinnvoll, einen völlig unbekannten Raumplaner als Billigstbieter zu beauftragen, wie auch von der ÖVP gefordert? Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich ÖVP und FPÖ über die Qualitäten anderer Raumplanungsbüros informiert haben (Ich schon! Trotzdem habe ich es für sinnvoll gehalten,  auf die bewährte Zusammenarbeit mit dem örtlichen Raumplaner zu setzen).
  • Photovoltaikanlage am Gemeindeamt: ein TO-Punkt der GR-Sitzung am 28. Juni war ein Grundsatzbeschluss zu einer PV-Anlage für den Eigenbedarf (3-4 kW/p) auf dem Dach des Gemeindeamtes. Von GR Mag. Fuchs wurde verlangt, die Wirtschaftlichkeit zu prüfen, Kostenvoranschläge einzuholen und erst danach einen Beschluss zu fassen. Wir reden hier von  einer sehr kleinen Anlage für den Eigenbedarf! Das Dach ist ideal südseitig gelegen, die PV-Größe ist durch die Dachgröße vorgegeben, durch die Arbeiten im Gemeindeamt wäre ein hoher Eigenverbrauch sichergestellt. Welcher Privathaushalt erstellt für seine konkrete PV-Anlage eine genaue Wirtschaftlichkeitsprüfung, bevor er sie errichtet? Es sind ja ausreichend Erfahrungswerte vorhanden! Kostenvoranschläge im Sommer, in der Urlaubszeit einholen? Nicht so günstig!  Zweifelt jemand, dass die Gemeinde für die Anlage mehrere Kostenvoranschläge eingeholt hätte? Zweifelt jemand an der beruflichen Erfahrung von GR Berger, der sich ebenfalls für eine PV-Anlage ausgesprochen hat? Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – eine PV-Anlage wird demnächst beschlossen und errichtet werden;  sollte jemand  eine Wirtschaftlichkeitsprüfung für nötig finden, kann er sie gerne machen; ich mache sie nicht.
  • Rampe beim Gemeindeamt: dazu findest du hier einen Bericht: Die Rampe beim Gemeindeamt – zu teuer und hässlich?
  • Umfahrungsstraße bei der Volksschule: hier ist der ÖVP plötzlich nichts zu teuer – obwohl es wesentlich billigere und sinnvollere Varianten geben würde  Schulumfahrung – die Fakten

Es ist gut und wichtig, die Kosten im Auge zu haben – die ausschließliche Orientierung an den Kosten ist sicher nicht sinnvoll!

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Ein Gedanke zu „Wer billig kauft, kauft (manchmal) teuer…

  1. Die Ausrede dass das Einholen von Kostenvoranschlägen nicht gut ist wegen der Urlaubszeit zeigt deine weltfremde oder deine Faulheit auf. Firmen geht es nicht so gut wie dir als Lehrerin, die während der Sommerzeit eigentlich die meiste Zeit hätte sich um ihre Aufgaben in der Gemeinde zu kümmern, diese hätten dir gerne Angebote zugesendet. Schließe nicht von dir auf andere, in der Privatwirtschaft in Österreich gibt es kein Sommerloch. Der Rest liest sich so wie die anderen Berichte von dir, einfach mal auf die anderen hin hacken.

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