Nationalratswahl 15. Oktober 2017 – was passiert im Wahllokal?

Wem dieser Bericht bekannt vorkommt – ich habe ihn großteils vom Bericht zur Bundespräsidentenwahl 2016 übernommen. Bei dieser Wahl bin ich nur „gewöhnliche“ Wählerin ohne sonstige Aufgabe in den Wahlbehörden. Ich muss also genauso wie alle anderen Wähler das Wahllokal sofort nach Stimmabgabe verlassen (und darf den freien Tag genießen). Trotzdem meine Schilderung, was nach der Stimmabgabe passiert, da hat sich ja nichts geändert…

Abhängig von der Einwohnerzahl wird eine Gemeinde  in einzelne Wahlsprengel aufgeteilt. Die Stimmabgabe ist (außer mit Wahlkarte) nur in dem Wahlsprengel möglich, dem man zugeteilt ist – siehe Wählerverständigung, die jede/r Wahlberechtigte per Post erhalten hat. In der Gemeinde Kreuzstetten gibt es drei Wahlsprengel: Niederkreuzstetten (mit Neubau-Kreuzstetten), Oberkreuzstetten und Streifing.

Nützen Sie Ihr Recht zu wählen, in vielen Ländern ist dies nicht selbstverständlich!

Welche Personen sind im Wahllokal?

In jedem Wahlsprengel gibt es einen Sprengelwahlleiter  und Beisitzer aus den einzelnen Parteien = die Sprengelwahlbehörde. Welche Parteien Beisitzer stellen können, orientiert sich am Ergebnis der letzten Nationalratswahl. Zusätzlich können Parteien Wahlzeugen bei der Bezirkshauptmannschaft bekanntgeben. Diese bekommen einen Eintrittsschein, dürfen im Wahllokal anwesend sein – mehr nicht! Sie haben nur Kontrollfunktion, dürfen nicht auszählen oder sich zur Sache äußern. Einen Überblick zu den Öffnungszeiten der Wahllokale und den Beisitzern finden Sie hier: Wahllokale, Wahlbehörden NR-Wahl

Im Sprengel Niederkreuzstetten ist unsere Amtsleiterin Eva Wohlmuth eine große Stütze für die Wahlbehörde!

Die Stimmabgabe

Die Wähler sollten ihre Identität mit einem Lichtbildausweis nachweisen können – in Kreuzstetten oft nicht nötig, da die Bewohner meist der Behörde bekannt sind. Bitte zur Wahl die amtliche Wahlinformation mitnehmen! Auf ihr ist die Zahl angeführt, unter der die Person im Wählerverzeichnis eingetragen ist (dies ist nicht alphabetisch geführt, sondern nach den Straßennamen geordnet). Durch das Wählerverzeichnis wird kontrolliert, ob die Person in diesem Wahllokal wahlberechtigt ist, hier ist vermerkt, wer eine Wahlkarte erhalten hat (und deshalb auch nur mit Wahlkarte wählen kann).

Ein Beisitzer führt das Abstimmungsverzeichnis. In diesem wird in fortlaufender Zahl der Name des Wählers eingetragen und die Zahl aus dem Wählerverzeichnis. Der Wahlleiter übergibt Stimmzettel und Kuvert, in der Wahlzelle wird gewählt, dann kommt das Kuvert in die Wahlurne, der Wähler verlässt das Wahllokal.

Das Auszählen der Stimmen

Die festgelegte Wahlzeit ist vorbei, das Wahllokal wird geschlossen, jetzt wird’s spannend! Tische werden zusammengeschoben, die Wahlurne wird entleert, die blauen Kuverts liegen auf den Tischen. Stimmt die Anzahl der Kuverts mit dem Abstimmungsverzeichnis überein? – ist die erste Herausforderung.

Dann werden die Stimmzettel entnommen. Kontrolle: ist es ein gültiger Stimmzettel? Oder wurden mehrere Parteien angekreuzt, gar keine, alle durchgestrichen oder irgendwie sonst ungültig gemacht? Die ungültigen Stimmzettel kassiert der Wahlleiter, die anderen werden wieder in Zehnerstapeln geschlichtet. Wieder Kontrolle: stimmt die Anzahl? Gültige Stimmzettel + ungültige = Zahl beim Abstimmungsverzeichnis. Nein? Steckt vielleicht noch ein Stimmzettel in einem Kuvert? Die Suche im Papierkorb beginnt… Oder nochmal zählen… Die ungültigen Stimmzettel werden von allen Beisitzern überprüft und nummeriert.

Anschließend werden die gültigen Stimmzettel nach den Parteien sortiert, gestapelt, gezählt, nochmal kontrolliert – und dann gibt’s ein Sprengelergebnis.

Niederschrift, Verpacken für die Bezirkswahlbehörde

Das Wahlergebnis wird in einem Formular niedergeschrieben und von den anwesenden Personen der Sprengelwahlbehörde unterschrieben. Die Gemeindewahlbehörde fasst in einem zweiten Protokoll die Ergebnisse der Sprengel zusammen, Unterschrift der Gemeindewahlbehörde.

Dann werden die Stimmen säuberlich in vorbereitete Kuverts verpackt, beschriftet (dafür gibt es eine Anleitung, die genauestens zu befolgen ist), mehrmals kontrolliert, in  ein großes „Weihnachtspäckchen“ mit Packpapier und Schnur verpackt (prüfender Blick: liegt eh nichts irgendwo herum, das hineingepackt hätte werden müssen…). Fertig, juhu! Der Bürgermeister als Gemeindewahlleiter darf Weihnachtsmann spielen und das Paket zur Bezirkshauptmannschaft bringen.

Am darauffolgenden Tag räumen die Gemeindearbeiter den Raum zusammen und verstauen Wahlkabinen und Wahlurnen – bis zur nächsten Wahl!

 

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