Die Schulden der Gemeinde

Die Aussagen von SPÖ und ÖVP in der Sommer-Gemeindezeitung und der GR-Sitzung am 4. August 2020 sind Anlass für diesen Beitrag. Beleuchtet werden soll die Kreditaufnahme für die Sanierung und Erweiterung der Volksschule im Jänner 2018 (2,7 Mio €) – einstimmig beschlossen,  das war mir als Gemeinderätin ein großes Anliegen, weil ich Kritik geahnt und befürchtet habe.

die ÖVP kritisiert, dass die Gemeinde mit der Kredithöhe überfordert ist, das Jahr 2019 mit einem „negativen Ergebnis“ abgeschlossen hätte und die Ausgaben 2019 die Einnahmen weit überstiegen haben.

die SPÖ redet die Verschuldung klein: die Schulden sind nur auf rund 4.468.000 € gestiegen; die Schulden pro Einwohner konnten 2019 um 234 € auf 2.830 € reduziert werden.

Wem soll die Bevölkerung glauben? Die Fakten: die Gemeinde hat sich für die Volksschulsanierung hoch verschuldet, Rechnungsabschluss 2019 Schuldenstand 31.12.2019: 4.468.000 €; das entspricht in etwa der Schuldenhöhe vor zwanzig Jahren, wo sich die Gemeinde für den Kanalbau hoch verschuldet hat. Der Schulumbau war das größte Projekt der letzten GR-Periode, eine zusätzliche hohe Neuverschuldung wird in den nächsten Jahren nicht möglich sein!

Die Gemeinde hat sich hoch verschuldet (so wie viele Private, wenn sie ein Haus bauen); die Gemeinde hat überlegt und gerechnet, ob sie sich das leisten kann (so wie das auch Private machen, bevor sie einen Kredit aufnehmen). Das Land hat ein wachsames Auge auf die Gemeinden und hätte die Bewilligung für die Verschuldung niemals erteilt, wenn die Schuldenhöhe für die Gemeinde problematisch wäre (§ 90 NÖ GO Genehmigungspflicht bei Darlehen)

Die genaue Darstellung der finanziellen  Belastung für die Gemeinde im Beitrag zur Finanzlage der Gemeinde Dezember 2019, zum erfreulichen Rechnungsabschluss 2019 hier!

Die Sanierung der Volksschule war überfällig, die Verschuldung war sinnvoll und durchdacht, die Gemeinde hat hohe Förderungen des Landes erhalten und kann die Kreditkosten gut bewältigen!

Zum Volksschulumbau sollten bis Jahresende die abschließenden Zahlen der Gesamtkosten und der Förderungen des Landes feststehen und  öffentlich gemacht werden. Es war das größte Projekt der Gemeinde der letzten Jahre, wir haben uns dafür hoch verschuldet. Die Schulden der Gemeinde sind die Schulden aller Bürger, die Bevölkerung hat ein Anrecht auf eine sachliche und korrekte Abrechnung. Sonst werden auch in Zukunft Gerüchte zu diesem guten und wichtigen Projekt herumschwirren!

Ebenso ist eine Abrechnung der Verwendung der Einnahmen vom Grundstücksverkauf in Streifing erforderlich, diese sollen zweckgebunden für Hochwasserschutzprojekte verwendet werden. Die Einnahmen sollten verfügbar sein (400.000 €), ich kann sie aber weder im RA 2019 noch im VA 2020 zuordnen.

Sorgen mache ich mir nicht über die aktuelle Höhe der Gemeindeverschuldung. Sorgen bereitet mir der Umstand, dass bei den Gemeinderäten die Sachkenntnis fehlt und Beschlüsse – wie zum Protokoll der GR-Sitzung vom 10.12.2019 – auf Zuruf des Bürgermeisters erfolgen!

Meine Befürchtungen nach der Gemeinderatswahl im Jänner 2020 haben sich leider vollständig bewahrheitet.

 

Bericht von der GR-Sitzung am 4. August 2020

Aktualisierung 10.12.: Protokoll der Sitzung vom 4.8.2020   genehmigt beim Umlaufbeschluss vom 27.11.2020 – spannend: lt. beschlossenem Protokoll wurde der Beschluss (des Protokolls vom 10.12.2019)  einstimmig NICHT angenommen! Meine Meinung dazu: das Protokoll vom 10.12.2019 muss nochmals beschlossen werden, sinnvollerweise ohne die Unwahrheiten im bisherigen Protokoll. Aktualisierung 29.12. GR-Protokoll 4.8.2020: Aufsichtsbeschwerde

Bei der Sitzung waren gfGr Andrea Gepp, gfGr Reinhard Ullmann und Gr Hubert Ullmann entschuldigt

TO 1: das (geänderte) Sitzungsprotokoll vom 10.12.2019 wurde einstimmig beschlossen: meine Kritik daran – im öffentlichen Protokoll finden sich bewusste Unwahrheiten des Bgm. !
TO 2: gegen das Sitzungsprotokoll vom 30.4.2020 (Umlaufbeschlüsse)  wurden keine Einwendungen erhoben, damit (ohne Abstimmung) automatisch genehmigt, ebenso TO 3 Sitzungsprotokoll vom 15.6.2020 (Umlaufbeschlüsse).

TO 4 und 5: Prüfungsausschuss-Obmann Johannes Freudhofmaier berichtet über die Kassaprüfung und kritisiert  den Rechnungsabschluss 2019.

TO 6: der Rechnungsabschluss war Anlass zu einer heftigen, aber substanzlosen Diskussion. Der REAB 2019 wurde vom Land NÖ nach der Auflage geändert, es dürfe sich dabei nur um eine Verschiebung zwischen dem ordentlichen und dem außerordentlichen Haushalt gehandelt haben (Umbenennung meinerseits: statt REAB 2019 Entwurf REAB  2019, zum beschlossenen RA habe ich leider keine Unterlagen; Aktualisierung: im Protokoll der Sitzung vom 4.8.2020 werden die Änderungen angeführt (nichts Aufregendes!). Gr Freudhofmaier kritisiert, dass die Ausgaben 2019 die Einnahmen um etliches überschritten haben. Das stimmt und ist ganz  sachlich zu erklären: für den Volksschulumbau wurden die Krediteingänge 2018 auf einem Sparbuch „zwischengeparkt“ und zum Teil erst 2019 ausgegeben (Entwurf REAB  2019, Seite 2 und 3). Aus 170 Seiten kann man rauspicken, was einem grad passt; ob in der Gemeindezeitung oder in der GR-Sitzung. Meine Zahlen basieren auf dem Seminar „Finanzen managen in österreichischen Gemeinden“, 2015: Schnellcheck REAB 2019

Bei der Abstimmung über den geänderten REAB haben die ÖVP-Gr dagegen gestimmt, SPÖ + Grüne dafür.

Der Rest war unspektakulär und einstimmig. TO 9: Gebühr für Gewerbemüll wurde nie im GR beschlossen und jetzt nachgeholt, der Preis bleibt gleich mit 2€/10 kg.
TO 10: bei den Gebühren für Bodenaushub wurde die Einheit angepasst (to statt m³, mit der Waage ist das so einfacher) 2€/to.

zum MFP 2020 – 2024 (der im Dezember nicht beschlossen wurde): der MFP ist Teil des Voranschlages und wurde mit dem VA beschlossen; getrennte Abstimmungen sind lt. Land nicht angedacht (das war in den letzten Jahren wohl eine Kreuzstetter Spezialität).

Zu  den Berichten des Bgm.: natürlich wollen zahlreiche Firmen von der Investitionsförderung profitieren und haben sich an die Gemeinde gewandt. Ich verweise auf meine Vorschläge für den Investitionszuschuss und hoffe, dass diese im Sinne der Bevölkerung vorrangig berücksichtigt werden; vor allem PV auf den Schuldächern, dazu gibt es einen einstimmigen Beschluss des GR 30. Jänner 2018.

 

Investitionszuschuss für Gemeinden

Mit 1. Juli 2020 hat der Bund ein Kommunales Investitionsprogramm (KIP) beschlossen, zu den Förderungen schreibt der Gemeindebund: „Damit haben die Gemeinden die Chance, den lokalen Konjunkturmotor zu zünden und zigtausende Arbeitsplätze zu sichern“ (Gemeindebund-Präsident Riedl)

  • der Bund übernimmt 50 % der Projektsumme
  • insgesamt steht EUR 1 Mrd. zur Verfügung, für Kreuzstetten 159.767,6
  • Details zur umfangreichen Förderliste KIP Info Bund,  Projektstart 1.7.2019 – 31.12.2021

Interessant für Kreuzstetten:

  • endlich die Errichtung der PV-Anlagen auf Schul- und Turnsaaldach; Zusätzlich zum Zuschuss des Bundes können Gemeinden auch weitere Fördermittel (von Bund und Land) lukrieren. Bei der PV-Anlage Investitionsförderung u.a.
  • Ausbau und Dämmung beim Kindergarten
  • absperrbare Radboxen bei den Bahnhaltestellen
  • neue, zeitgemäße Radständer (keine „Felgenkiller“); das war mir schon 2017 ein Anliegen!
  • 23.8. – aktuell nach den Starkregenschäden in unserer Gemeinde: ökologisches RegenwassermanagementDrainGarden; das dürfte auch vom Bund unterstützt werden ( Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungseinrichtungen)

diesen Fördertopf sollte die Gemeinde zu 100 % ausschöpfen! Und wenn Geld übrigbleibt: Es werden auch  Projekte unterstützt, die nicht im Gemeindeeigentum stehen – ich denke an die Kirchenrenovierung in Niederkreuzstetten!

https://gemeindebund.at/kip-2020-tipps-zur-antragstellung/

Klimabündnis

In meiner Zeit als Gemeinderätin war mir das Klimabündnis sehr wichtig; auf eine gute Fortführung habe ich mehrfach gedrängt und werde es auch weiterhin tun.

Zuständig für das Klimabündnis im jetzigen Gemeinderat sind GR Judith Rührer und GfGr Martin Mathias.

Ich habe mich sehr gefreut, dass in der Sommer-Gemeindezeitung ein Beitrag zum Klimabündnis erschienen ist. Darin wird besonders auf den Bodenschutz hingewiesen – das Bodenbündnis versteht sich als ergänzende Initiative zum Klimabündnis.

Ein Beitritt zum Bodenbündnis ist wünschenswert und sinnvoll, erforderlich ist ein Gemeinderatsbeschluss. Ich habe mich in meiner Zeit als Gemeinderätin auf Energie- und Mobilitätsthemen konzentriert; oftmals habe ich darauf hingewiesen, dass  andere Themen ebenso wichtig sind und um Unterstützung geworben (leider vergeblich). In meiner Arbeit fürs Örtl. Entwicklungskonzept in den letzten Jahren war mir nachhaltige Bodenpolitik sehr wichtig (Masterplan ländlicher Raum Bodenverbrauch Winter 2018); besonders unsere Landwirte wissen um die Bedeutung gesunder Böden.

Gemeinderatssitzung am 4. August 2020

Hier finden Sie die Tagesordnung für die Gemeinderatssitzung um 19:00 Uhr im Gemeindezentrum:  Einladung zur GR-Sitzung am 4. August 2020 (bitte beachten: Sicherheitsabstand und Mund-Nasen-Schutz)

nach ACHT MONATEN endlich wieder eine öffentliche Gemeinderatssitzung. Ob mein Drängen beim Land dafür mitverantwortlich war?

  • Ich habe die Gemeinderäte nochmals auf meine Einwendungen zum Sitzungsprotokoll vom 10. Dezember 2019 aufmerksam gemacht und hoffe, dass das Protokoll entsprechend geändert wird
  • bei der Tagesordnung fehlt der Beschluss zum Mittelfristigen Finanzplan, der in der Sitzung im Dezember nicht angenommen wurde: beschlossener Voranschlag 2020
  • das „Protokoll“ zur Sitzung am 30. April 2020 (Umlaufbeschlüsse) muss vor Beschlussfassung noch geändert werden, weil es nicht der Gemeindeordnung entspricht

Neues zum Bauprojekt in der Bäckergasse, Juli 2020

Vom Bürgermeister wurden meine Fragen nicht beantwortet; die WAV hat mich  zu einem Gespräch an ihren Firmensitz in Raabs/Thaya eingeladen. In einem sehr freundlichen Gespräch mit Direktor Damberger habe ich viele Informationen erhalten – dafür auch hier ein herzliches Dankeschön!

In Kürze:

  • die WAV hat für das Projekt in der Bäckergasse eine aktuell gültige Baubewilligung
  • der derzeitige Stillstand der Bauarbeiten hat andere Gründe
  • Direktor Damberger wird dazu in nächster Zeit selbst informieren

Gemeindeübergreifende Zusammenarbeit

Aktive Beteiligung bei Projekten in gemeindeübergreifenden Verbänden/Gruppen – Vernetzung und Zusammenarbeit ist wichtig, gerade für eine kleine Gemeinde. Viele wichtige Themen können nur GEMEINSAM erfolgreich verfolgt werden! Masterplan ländlicher Raum Gemeindeübergreifende Kooperationen

hier finden Sie die Vertreter der Gemeinde Kreuzstetten in den Verbänden

Region um Wolkersdorf

Insgesamt gehören neun Gemeinden rund um die Stadtgemeinde Wolkersdorf zur Kleinregion Wolkersdorf, den meisten ist sie vermutlich aus den Beiträgen in der Gemeindezeitung, dem Heurigenkalender und den Erlebniswanderungen bekannt.

In meinem Beitrag zum Masterplan/gemeindeübergreifende Kooperationen habe ich im Frühling 2019 geschrieben:

“ Für die Kleinregion Wolkersdorf wünsche ich mir andere Schwerpunkte als Babysitterbörse oder Mittagessen für Menschen im  Ruhestand. Mit meinen Vorschlägen bin ich leider abgeblitzt. Die GR-Wahlen in Wolkersdorf und Pillichsdorf und die Wahl in den anderen Gemeinden Anfang 2020 werden neue Initiativen voraussichtlich für längere Zeit zum Stillstand bringen.“ – da war Corona noch unbekannt!

In Wolkersdorf haben die vorgezogenen GR-Wahlen im März 2019 eine neue Stadtregierung und einige Veränderungen gebracht: Wolkersdorf ist seit November 2019 Natur im Garten-Gemeinde, Fritz Herzog ist seit März 2020 Beauftragter der Stadtgemeinde in Sachen Photovoltaik (und seit Juli 2020 Obmann der IG Windkraft, Nachfolger von Martin Steininger, Simonsfeld AG) – vielleicht ist es jetzt möglich (wie von mir 2016 vorgeschlagen), Initiativen zu einer Klima- und Energiemodellregion (KEM) zu starten? Und zu einer Klimawandelanpassungsregion (KLAR)?

Der Leitfaden für Klima- und Energiemodellregionen 2020: Neueinreichungen bis 23. 10. 2020, 12 Uhr möglich

 

Musikschulverband Staatz

Der neue Musikschuldirektor Peter Hofmann hätte sich im März 2020 sicherlich einen anderen Einstieg in seine neue Tätigkeit gewünscht, als die Corona-Krise. Abschied von Musikschuldirektor Frühwirth

Er hat es mit seinem Team (aus der Ferne betrachtet) großartig geschafft! Musikschule Staatz

Im virtuellen Instrumentenkarussell präsentieren die Schüler ihre Instrumente; ein Beispiel unter vielen:

Der Anmeldeschluss für das Schuljahr 2020/21 wurde aufgehoben. Wer also noch überlegt – ich mache gerne Werbung!

Die Vertreter der Marktgemeinde Kreuzstetten in dieser Gemeinderatsperiode sind:
gfGr Martin Mathias im Vorstand und
Ovst Ludwig Ullmann in der Verbandsversammlung

Ich bin überzeugt, dass beide ausgezeichnete Vertreter für die Gemeinde sind und gute Brücken zwischen Gemeinde und Musikschule bauen werden!

 

 

 

30er Zone auf allen Gemeindestraßen

Dieses Anliegen habe ich in der Vergangenheit oftmals vorgebracht: so wie in Ulrichskirchen am Ortsbeginn für das ganze Ortsgebiet angezeigt, mit Ausnahme der Landesstraßen (dort ist es nicht sinnvoll und nicht möglich). Damit ersparen sich die Gemeindebürger einen „Schilderwald“ (30er Zone Beginn/30er Zone Ende); ich wüsste keine Gemeindestraße in unseren Katastralgemeinden, wo es angebracht wäre, mit 50 oder mehr km/h durchzubrausen. Warum das nicht schon längst umgesetzt wurde, verstehe ich nicht. Das Erlassen einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Gemeindestraßen liegt im eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde,  Behörde ist der Bürgermeister; eine Verkehrsverhandlung ist natürlich trotzdem zweckmäßig. In Wien wird diese verkehrsberuhigende Maßnahme schon lang diskutiert, der Leitfaden für Gemeinden in NÖ.

Aus meinem Beitrag in der Gemeindezeitung, Klimabündnis Sommer 2018: „Der ebenfalls anwesende Bürgermeister Ernst Bauer, Gemeinde Ulrichskirchen, hat sich sehr positiv zur 30er-Geschwindigkeitsbeschränkung auf den Gemeindestraßen seiner Gemeinde geäußert – dies sollte endlich auch in Kreuzstetten umgesetzt werden.“ Bürgermeister Bauer steht den Gemeindeverantwortlichen sicher für Auskünfte zur genauen Vorgangsweise in Ulrichskirchen zur Verfügung.

Für die Landesstraßen empfehle ich Radarkontrollen (Kommunal Radarüberwachung Mai 2019 Kommunal Radarkontrolle Dez 2018)!